Andreas Heinz im NEUES DEUSCHLAND am 9. August 2011 über meine Ausstellung in der Freien Universität Berlin unter dem Titel Gemalte Worte
Gemalte
Worte
Hirschs Bilder in der FU
Von Andreas Heinz
»Meine Bilder sind auch Poesie –
meine Worte sind auch Bilder.« So
sieht der Poet und Maler Siegfried
H. Hirsch seine Werke. Der Kunsthistoriker
Matthias Liebel sah bei
seiner Eröffnungsrede einer Ausstellung
in der Freien Universität
(FU) Berlin Hirschs Stilsprache
zwischen Wassily Kandinsky und
Cy Twombly, der zu den wichtigsten
Vertretern des abstrakten Expressionismus
gezählt wird.
Die FU stellt Hirsch nun Raum
für seine Bilder zur Verfügung. Bis
Mitte September hängen die echten
Hirsche in der Uni-Bibliothek
in Dahlem. Zu sehen sind abstrakte
Kompositionen des malenden
Autors in Pastellkreide und Tempera
auf Papier, aber auch auf
Vlies drückt er sich aus. Sigi Hirsch
malt gegen eine harmoniesüchtige
Geschmackskultur an. Ein Sarkast,
ein Fabulant.
»Oft haben Hirschs Bilder mehr
mit der ästhetischen Auffassung
der Zwölftonmusik oder mit dem
vermeintlichen Chaos des Free
Jazz zu tun als mit den gestalterischen
Wiederholungen visueller
Erlebnisse des täglichen Sehens«,
beschreibt Kunsthistoriker Liebe
die Werke. Der pendelte schon
immer zwischen den Welten von
Malerei und Schriftstellerei. So
war er Herausgeber und Verleger
der literarischen Zeitschrift »total
«, die er in Bremen gründete
und in Berlin weiterführte. In dieser
Zeit entstanden seine ersten
politischen Collagen.
Nach seinem Umzug nach Bamberg
gründete Sigi Hirsch dort die
Galerie »poetry art«. Hier malt er,
organisiert Ausstellungen, schreibt
und verlegt seine Bücher.
»Zwischen den Welten«, Bilder
von Sigi Hirsch, bis 13.9., Foyer
der FU-Bibliothek, Garystr. 39,
Dahlem, Mo – Fr 9 bis 20 Uhr, Eintritt
frei; www.sigi-hirsch.com



